Projekttag Klasse 7

Die Klasse 7 c hat sich mit dem Leben von behinderten Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Eingeleitet wurde das Projekt im Politikunterricht bei Frau Schulte. Im Anschluss daran besuchte uns Frau Knoop in einer Doppelstunde im Unterricht Es folgen zwei Berichte von Schülerinnen:

Vor wenigen Wochen war Frau Knoop bei uns in der Klasse 7 c der Elsa-Brändström-Realschule. Sie war aus einem bestimmten Grund da, weil sie von ihrer behinderten Tochter Linda erzählen wollte. Das erste, was Frau Knopp der Klasse erzählte, war ein Gedicht, das von ihrer Tochter Linda handelt. Es war ein sehr schönes Gedicht, das sie selber geschrieben hatte. Linda war ihr zweites Kind. Als sie Linda im Krankenhaus bekam wurde ihr gesagt, alles sei in Ordnung. Dass dies nicht stimmte, merkte die junge Frau schon, als sie ihr Kind nach Hause bekam und wickeln wollte. Es fing an zu zittern, wurde ganz blau am ganzen Körper und nahm seine Arme hoch. Das war das erste Zeichen für Epilepsie. Da Frau Knoop noch sehr jung war und sich mit Behinderungen nicht auskannte, wusste sie das nicht. An diesem Tag passierte dies noch einige Male und so ging sie zurück zum Krankenhaus. Sie erzählte den Ärzten davon, aber diese konnten nichts herausfinden. Mit der Zeit fiel Frau Knoop auf, dass Linda viel weniger sprach als ihre Schwester. Erst als Linda sechs Jahre alt war, wurde von den Ärzten festgestellt, dass sie behindert war. Frau Knoop bedauerte das nicht, denn sie liebte Linda genauso wie andere Mütter ihre Kinder. Die Verwandten der Familie Knoop lehnten Linda ab. Sie besuchten Linda nicht und riefen nicht einmal an, um zu fragen wie es Linda geht. Lindas größere Schwester unterstützte sie aber sehr. Manchmal kam sie sogar mit einer blutenden Nase nach Hause, wenn sie sich auf dem Spielplatz für Linda eingesetzt hatte. Wenn sie Geld von den Verwandten bekam, z.B. für die Kirmes, dann gab sie Linda die Hälfte ab und sagte das auch vor den Verwandten. Auch der kleinere Bruder von Linda unterstützte sie. Er war zwar noch sehr klein, aber er half ihr schon mit zwei Jahren indem er Bescheid sagte, wenn er husten oder niesen musste, denn all diese Geräusche konnten bei Linda einen Anfall auslösen. Heute arbeitet Linda in Rheine in der Werkstatt für Behinderte und lebt im Jacob Meyersohn Haus. Alle zwei Wochen besucht sie ihre Familie zu Hause. Unsere Klasse war sehr betroffen über den Bericht. Viele von uns waren den Tränen nah. Wir haben viel gelernt und werden das nächste Mal, wenn wir einen behinderten Menschen sehen, der unsere Hilfe braucht, z.B. im Verkehr oder auf dem Bahnsteig, ihm auch helfen. Die Geschwister und Eltern von Linda haben ein großes Lob verdient, denn sie haben immer zu Linda gehalten. Wenn Linda der ganzen Welt von ihrer Familie berichten könnte, würde sie das sicher tun.

( Mona El Masarweh, Klasse 7 c )

Frau Knoop ist die Mutter einer schwerst mehrfach behinderten Tochter. Sie besuchte uns im Unterricht. Wir haben vorher das Thema "Behinderung" im Politikunterricht behandelt und wollten als nächstes die Christophorus Schule besuchen. Wir sollten uns Fragen ausdenken, die wir Frau Knoop zu ihrer Tochter Linda stellen wollten. Frau Knoop war sehr offen und wir konnten alles fragen. Es war sehr interessant zu hören, wie das Leben mit einem behinderten Kind abläuft. Frau Knoop hat uns deutlich gemacht, dass das Leben mit einem behinderten Kind nicht nur negative Seiten hat. Sie erzählte viele schöne Erlebnisse. Wir kamen langsam auf das Thema Christophorus Schule. Die Christophorus Schule ist eine Sonderschule für geistig behinderte Kinder. Viele meiner Mitschüler waren unsicher und hatten etwas Angst vor dem Besuch. Frau Knoop sagte uns, dass die behinderten Kinder ein eigenes und liebevolles Verhalten hätten. Wenn sie uns mögen würden, dann würden sie auf uns zugehen und uns freundlich begrüßen. Die zwei Stunden mit Frau Knopp vergingen sehr schnell. Wir bedankten uns mit einem Blumenstrauß, den Annalena und Thomas überreichten. Ich persönlich war total begeistert von dem Vormittag und freute mich auf den Besuch in der Christophorus Schule.

( Jana Brüning, Klasse 7 c )

Im Anschluss an das Gespräch mit Frau Knoop erfolgte der Besuch in der Christophorus Schule. Es folgen ein Bericht, der von den Schülern/innen Sarah Feltel, Andreas Fier, Nico Herink, Nele Riesenbeck, Lea Beck und Irina Boss geschrieben ist.

Am Dienstag, 01.03.2005, besuchte die Klasse 7 c die Christophorus Schule. Dort wurden wir von den Klassensprechern und der Schulleiterin begrüßt. Nach einer kurzen Kennenlernrunde wurde uns das Programm vorgestellt. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die Gruppen waren Sport, Eier filzen und eine Besichtigung der Schule. Nach einer dreiviertel Stunde wechselten die Gruppen. Die Sportgruppe konnte verschiedene Geräte benutzen, z.B. die Tauschaukel und den Riesenball. Beim Rundgang durch die Schule war der beliebteste Raum der Snoesel Raum. Beim Snoeseln werden die verschiedensten Sinne angesprochen. Man liegt auf einem Wasserbett, hört Entspannungsmusik und sieht Lichteffekte. Snoeseln ist gerade für schwerst mehrfach behinderte Schüler eine große Hilfe. Zum Schluss wurden wir im Lehrerzimmer verabschiedet. Die 7 c lud zu einem Gegenbesuch im Mai ein. Es soll zusammen gefrühstückt werden. Im Physikraum sollen einige spektakuläre Versuche gezeigt werden. Es soll auch zusammen Musik gemacht werden.