Drogenberater zu Besuch in der 8c

Am 22 Januar 2010 besuchte uns Joachim Jüngst. Er ist seit 17 Jahren als Drogenberater tätig und arbeitet zur Zeit in der Abteilung für Prävention. Wir haben ihm ein paar Fragen zu Drogen, Drogensüchtigen und seiner Arbeit mit Drogensüchtigen gestellt. Zünächst erzählte er uns, dass es illegale und legale Drogen gibt.



1)Wie viel Geld gibt ein Drogensüchtiger im Jahr ca. für Drogen aus?
Also, es kommt erstmal darauf an, wie viel er konsumiert und welche Droge er nimmt. Z.B. Heroinsüchtige können ca. 2000 - 4000 Euro im Jahr ausgeben. Spielsüchtige können auch ca. 200.000 Euro ausgeben.
2)Welche Drogen werden in Rheine am häufigsten eingenommen?
Canabis und Alkohol sind hier die beiden am häufigsten eingenommen Drogen in Rheine.
3)Kann man Drogensüchtigen ansehen, dass sie Drogen nehmen?
Bei 90% von ihnen kann man es nicht erkennen. Die meisten wollen ja auch nicht erkannt werden, dass sie Drogen nehmen. Die meisten führen ein ganz normales Leben, haben eine Familie, einen Job, ... . Jedoch gibt es auch Drogenabhänige, denen man es ansieht.
4)Wie reagien Drogensüchtige, wenn man sie darauf anspricht, dass sie Drogen nehmen?
Die meisten reagieren abwehrend und sie denken, sie hätten alles unter Kontrolle. Jedoch haben sie es meistens nicht. Sie stellen auf Durchzug.
5)Müssen ihre Klienten sie bezahlen?
Nein, wir werden vom Staat bezahlt. Sie müssen auch nicht ihren Namen nennen, es ist alles anonym.
6)Gibt es verschiedene Entzugsentscheidungen für Erwachsene und Jugendliche und wie lange dauert ein Entzug?
Der körperliche Entzug geht sehr schnell. Bei Heroin z.B. : 10 Tage, bei Alkohol 14 Tage, jedoch der geistige Entzug geht nicht so schnell.
7)Ist schon ein Klient von ihnen gestorben?
Ja, ca. 15 Klienten. Die Hälfte ist an HIV gestorben, weil sie die Spritzen untereinander weitergeben.
8)Haben sie schon mal Drogen genommen?
Ja klar aber nur legale Drogen (z.B. Tabletten). Illegale Drogen sind nicht immer als legale Drogen z.B. es gibt mehr Leute, die von legalen Drogen als von illegalen Drogen abhänig sind.
9)Gibt es in Rheine eine offene Drogenszene?
Nein, gibt es nicht. Die meisten nehmen ihre Drogen privat ein.
10)Wo nehmen die meisten ihre Drogen ein?
Die meisten nehmen sie Zuhause ein.
11)Wie viele Drogen gibt es?
Sehr, sehr viele, da es pflanzliche & chemische Drogen gibt. Viele jetzige Drogen wurden früher als Schmerzmittel erfunden.
12)Was ist die stärkste Droge?
Vom Stoff her Heroin & Freak. Es hängt von drei Situationen des Süchtigen ab. Z.B. ist er Alkoholiker ist Alkohol für ihn das Stärkste.
13)Kommen ihre Klienten freiwillig?
Fast keiner kommt freiwillig. Sie kommen meist in Begleitung, die Druck ausüben. Aber wenn sie mit ihrer Situation klarkommen, kommen sie nicht.
14)Wie ist die Arbeit mit ihren Klienten?
Schwierig, kleinschrittig, frustrierend, erfolglos und anstrengend. Es dauert lange, bis sie nüchtern sind. Man muss viel Geduld haben.
15)Wie alt sind ihre Klienten?
Zwischen 20 und 30 (also die, die zu mir in die Drogenberatung gehen) Es sind 78% Männer und 22% Frauen, die zu mir kommen.
16)Wie schnell wird man drogenbenabhängig?
Es kommt darauf an, wie viel man nimmt und wie die Qualität des Stoffes ist.
17)Wie ist der Umgang mit Drogenabhänigen?
Sehr angenehm, da sie wissen, man will nur helfen und man ist kein Drogenhasser. Wir sind so was wie Freunde für sie. Es fällt ihnen schwer zu einer Drogenberatung zu gehen und Hilfe anzunehmen