Gemeinsam gegen Mobbing

Aktionswoche zur Gewaltprävention an der Elsa-Brändström-Realschule vom 14. - 18. November 2005

"Wer hat eigentlich gesagt, dass Sandra mit auf die Klassenfete darf?" Melanie, die die Organisation dieser Klassenfete in die Hand genommen hat, wagt einen Vorstoß gegen eine Mitschülerin, auf die sie es abgesehen hat.
Jetzt muss die Klasse reagieren. Wer sich einmischt, muss zunächst seine Angst überwinden, das nächste Opfer von Anfeindung, Ausgrenzung oder gar offener im Sinne von handgreiflicher Gewalt zu werden.
So und ähnlich beschaffen waren die fiktiven Situationen, mit denen sich die siebten Klassen der Elsa-Brändström-Realschule in der letzten Woche aktiv auseinandersetzten.








Bildunterschrift: Im szenischen Spiel trainierten die Schülerinnen und Schüler der Elsa-Brändström-Realschule in der letzten Woche das "richtige" Verhalten im Umgang mit Mobbing.





"Mobbing wird von unseren Schülerinnen und Schülern als die häufigste und am stärksten belastende Form von Gewalt an der Schule wahrgenommen, wie die Erfahrung aus der letztjährigen Aktionswoche zeigte", begründet Heike Unland die Fokussierung auf den Themenbereich "Mobbing". Sie ist eine von zwei Lehrkräften, die im Auftrag der Schulleitung an der "Elsa" besonders gegen die Gewalt unter den Schülern arbeiten.
So wurde jede der fünf siebten Klassen jeweils einen kompletten Tag aus dem "normalen" Unterricht herausgenommen und im Dechant-Fabry-Haus, welches dankenswerterweise von der Sankt-Josef-Gemeinde für diese Aktionswoche zur Verfügung gestellt wurde, von Frau Unland und ihrem Kollegen Michael Kersebaum betreut.
Dabei wurden die Schüler zunächst per Video mit einem Beispiel von Mobbing in der Schule konfrontiert, um dann im nächsten Schritt den Blick auf die eigene Klassensituation und sonstige eigene Erfahrungen zu richten.
Auf diese Weise für die Wahrnehmung von Mobbing sensibiliert übten die Schüler dann im entscheidenden dritten Schritt in Rollenspielen, sich im Falle von Mobbing "richtig" zu verhalten.
Den Schülern gefiel ihr Aktionstag besonders dadurch, dass er aus dem Rahmen des "üblichen" Unterrichts herausfiel und die Strategien zum richtigen Umgang mit Mobbing-Situationen praktisch eingeübt bzw. ausprobiert werden konnten.
"Schon die genauere Wahrnehmung von Mobbing und das Wissen um geeignete Handlungsalternativen wirken sich im Schulalltag aus, den Rest, ob also aus Wissen auch eingreifendes Handeln wird, muss man der individuellen Entscheidung der Schüler überlassen", antworten die für die Planung und Durchführung der Aktionswoche Verantwortlichen auf die Frage, ob sich ein solcher Tag wirklich auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler auswirke.
Damit die Ergebnisse dieser Woche bei den Schülern präsent bleiben, sind weitere Aktionen geplant, u.a. ein Elternabend, auf welchem von Expertenseite über die Mobbing-Problematik informiert wird und Handlungsmöglichkeiten insbesondere für Eltern aufgezeigt werden.